Wein und Speisen

Die wechselnden Eindrücke zwischen Essen und Trinken überlagern sich gegenseitig und sollten sich deshalb nicht stören oder neutralisieren. Vielmehr müssen sie sich gegenseitig ergänzen. Eine gute Kombination ergibt eine Synergie – beides schmeckt besser. Generell gilt: Leichtgewichtige Weine zu leichten Speisen, schwerere Weine zu kräftigeren Rezepten, wobei der Wein immer leicht dominieren sollte.

Weissweine

Dank ihrer Leichtigkeit und den fragilen Aromen passen Weissweine besser zu feinen, leichteren Speisen (nur die kräftigsten Tropfen bestehen auch neben geschmacksintensiven Gerichten). Weissweine sind die idealen Begleiter zu Fischen und Meeresfrüchten. Der Weingeschmack mildert die Salzigkeit und diese wiederum verstärkt die frischen Aromen. Andere würzige Gerichte erzeugen dieselbe Harmonie: gesalzene Wurstwaren, Ziegenkäse, Weichkäse usw.

Rotweine

Junge, frische und traubige Rotweine beziehen wie die Weissweine ihren Biss und ihre Lebendigkeit aus der Säure. Am besten schmecken diese Weine jung und zum Essen, allerdings sollte man nicht allzu kräftige Gerichte wählen. Bestens geeignet sind Kalbfleisch oder Geflügel, Eintöpfe, aber auch verschiedene Käse.

Mittelschwere, gereifte Rotweine wie ein guter Walliser Dôle, ein Tessiner Merlot, ein Burgunder oder ein Rioja sind mit Tannin, Pigment und Geschmacksstoffen aller Art befrachtet. Erst die Zeit lässt diese unterschiedlichen Komponenten zu einer Harmonie verschmelzen. Man darf die Geschmacksfülle solch erstklassiger Rotweine nicht mit allzu kräftigen Speisen übertönen. Braten oder Geflügel sind ideal, aber auch Käse, vor allem der eher milde, passt hervorragend.

Dunkle, gehaltvolle und wuchtige Rotweine wie ein Châteauneuf-du-Pape, ein Barolo oder Brunello di Montalcino, aber auch saftige Shiraz-Rotweine aus Australien zeigen sich oft gerbstoffherb und fast süss zugleich. In der Jugend sind sie selbst scharfem Käse gewachsen. Im Alter aber, wenn ihre Farbe nachzulassen beginnt und ein ein herbstliches Aroma in ihnen aufkommt, wecken sie ein neues Reich genussvoller Empfindungen.

Reihenfolge

Während des Essens stumpfen die Sinne ab. Unsere Geschmacks- und Geruchsnerven werden gegen das Ende der Mahlzeit weniger empfindlich. Generell gilt innerhalb eines Menus, dass jeder neue Wein besser oder mindestens gleich gut wie der vorangegangene schmecken sollte.

Generell gilt dabei zu beachten, dass trotz aller Empfehlungen immer die persönlichen Präferenzen im Vordergrund stehen sollten. Wenn Ihnen ein leichter Rotwein zu Fisch besser schmeckt als Weisswein, dann lassen Sie sich nicht davon abbringen!